20.05.12 von Roland Hofmann.
Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm. (1Joh 4,16)
Bleiben – Menschen brauchen eine Bleibe, ein Dach über dem Kopf, aber mehr als das, einen Ort, der ihnen Geborgenheit schenkt, Menschen, die Geborgenheit schenken.
Sieh zu, wo du bleibst! Wer einen Menschen so von sich wegstößt, der will nichts mit ihm zu tun haben.
Einen Ort zu haben, wo ich hinkommen kann, wo ich bleiben kann, gerade auch dann, wenn es mir nicht so gut geht und ich Trost und Hilfe brauche, jeder Mensch ist froh, wenn er einen solchen Ort hat.
Was bleibt? Wir sehen, wie alles um uns sich verändert, oft in rasantem Tempo. Gewohnte Strukturen, vertraute Gesichter, die einem heute das Gefühl von Heimat vermitteln, sind vielleicht morgen nicht mehr da. Es wird vieles modernisiert, entpersonalisiert, kommerzialisiert. Und wo bleibt der Mensch?
Bleibt in meiner Liebe. – Gott will uns einen Ort bieten, eine Heimat, die uns immer verfügbar nahe ist, egal wie das drum herum sich ändert. Gott geht nicht weg von einem Tag auf den anderen. Er lässt sich auch nicht wegrationalisieren oder umstrukturieren. Gott bleibt.
Ich bin der ich bin – Gott bleibt immer Gott. Auch wenn alles Vertraute aus meiner Umgebung geschwunden ist – Gott bleibt. Und überall da, wo Menschen in Gott bleiben, kann der Raum wachsen, in dem Menschen wieder neu Heimat und Geborgenheit finden.
Gott, lass mich in deiner Liebe bleiben, lass mich bei Dir Geborgenheit erfahren – und lass mich eine Bleibe sein für andere.
Nichts soll dich ängstigen,
nichts dich erschrecken,
alles vergeht.
Gott allein bleibt derselbe.
Wer Gott besitzt,
dem kann nichts fehlen.
Gott allein genügt.
(Teresa von Avila)
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19.05.12 von Roland Hofmann.
„Der Heilige Geist tritt in dem Maß in unser Leben ein, in dem wir ihm durch unser Ja das Herz öffnen. Je stärker das Ja ist, um so vollkommener ist das Geschenk seiner Gegenwart. Zum besseren Verständnis können wir auf eine ganz einfache Wirklichkeit Bezug nehmen: auf das Licht. Wenn die Fensterläden fest geschlossen sind, kann die Sonne, obwohl sie scheint, das Haus nicht erleuchten. Wenn ein kleiner Spalt offen ist, tritt ein Lichtstrahl ein; wenn man den Fensterladen ein bisschen weiter öffnet, wird es im Zimmer heller; aber erst wenn alles vollständig offen ist, können die Sonnenstrahlen den Raum erhellen und erwärmen. Maria wird vom Engel begrüßt als „voll der Gnade“, was genau das bedeutet: Ihr Herz und ihr Leben sind ganz offen für Gott und deshalb vollständig von seiner Gnade erfüllt.“
Papst Benedikt XVI.
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18.05.12 von Roland Hofmann.
In der Heiligen Schrift ist nicht oft von Maria die Rede, aber wenn wir ihr dort begegnen, dann an den entscheidenden Wendepunkten, die bis heute die Geschichte der Welt bestimmen.
Die Menschwerdung Gottes beginnt mit dem Ja Mariens. Wir hören von Marias ganz persönlichem Pfingsten. „Der Heilige Geist wird über dich kommen,“ (Lk 1,35) so verheißt es ihr der Engel Gabriel. Maria ist so die erste, die das Wirken des Heiligen Geistes in seiner ganzen Fülle an sich erfährt.
Wir erfahren in dieser Begegnung Marias mit dem Heiligen Geist auch etwas über uns. Auch uns ist diese Begegnung mit dem Heiligen Geist verheißen. Nur so können wir Gottes Willen – und Gott hat mit jeder und jedem von uns einen Plan – erkennen und erfüllen. Der Heilige Geist will jeden Menschen erfüllen und ihn in seiner Einzigartigkeit rufen in die persönliche Begegnung mit Gott.
„Es ist die eigentliche Funktion des Heiligen Geistes, menschliche Wesen als Personen zu erfüllen. Der Heilige Geist ist für jeden Menschen das höchste Geschenk der Einzigkeit, dieser Einzigkeit, die den ewigen und absoluten Wert jeder Person begründet. Gott ist für jeden Menschen eine einzigartige und persönliche Enthüllung, als sähe jede Person in Gott in einer ausschließlichen Beziehung, in einer einzigartigen Liebe und in persönlichster Gemeinschaft ein einzigartiges, ihr zugewandtes Antlitz.“ (Alexander Schmemann)
Maria zeigt uns, wie diese persönliche Begegnung mit Gott im Heiligen Geist gelingen kann. Wenn wir ihrem Beispiel folgen und unser Ja zu Gott im entscheidenden Moment sagen und unser ganzes Leben lang wiederholen, dann wird auch unser Leben zu seiner höchsten Erfüllung gelangen, einer Erfüllung, von der wir vielleicht jetzt noch gar kleine Vorstellung haben.
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16.05.12 von Roland Hofmann.

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15.05.12 von Roland Hofmann.
Ein zentrales Anliegen der Botschaft von Fatima ist die Bitte Mariens, Sühne zu leisten für die Sünden der Menschen. Bereits bei der ersten Vision fragt sie die Kinder:
„Wollt ihr euch Gott darbieten, um alle Leiden zu ertragen, die er euch schicken wird, zur Sühne für die Sünden, durch die er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder?”
Gott will nicht nur, dass der Mensch das Angebot seiner Liebe annimmt, er will auch, dass der Mensch mitwirkt an der Rettung der Sünder. Die stärksten Waffen gegen die Sünde sind die Liebe und das Gebet. Wer mit diesen Waffen kämpft, kann nicht nur sich selbst vor der Sünde bewahren, sondern auch andere aus der Macht der Sünde retten.
Vielleicht haben einige schon erfahren, was es bewirken kann, wenn man für andere betet. Es können wahre Wunder geschehen. Was nach rein menschlichen Maßstäben aussichtslos erschien, ist plötzlich geschehen. So kann das Gebet für einen Menschen diesem auch helfen, sich aus den Fängen der Sünde zu befreien und den Weg zu finden, zu einem Ja zu Gott.
„Indem Gott Sühne verlangt, lässt er den Menschen mit seiner Liebe mitwirken und an der Aufarbeitung der Sünde mittätig sein.“ (Leo Kardinal Scheffczyk) Papst Pius XII. sagt:
„Die Sühne für andere ist ein wahrhaft erregendes Geheimnis, das man niemals genug betrachten kann: dass nämlich das Heil vieler abhängig ist von den Gebeten und freiwilligen Bußübungen der Glieder des geheimnisvollen Leibes Jesu Christi, die sie zu diesem Zwecke auf sich nahmen.“
Die Muttergottes legt uns in Fatima besonders das Rosenkranzgebet ans Herz. Gerade das von ihr offenbarte Gebet am Ende jedes Gesätzes kann uns helfen, den Gedanken der Aufopferung lebendig zu halten: „O mein Jesus, verzeihe uns unsere Sünden; bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.“
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14.05.12 von Roland Hofmann.
Vom 13. Mai bis zum 13. Oktober 1917 ist die Muttergottes bei Fatima in Portugal drei einfachen Hirtenkindern sechs Mal erschienen. Die Botschaften, die Lucia, Francisco und Jacinta damals empfangen haben, sind bis heute von größter Bedeutung für die ganze Welt. Päpste sind nach Fatima gepilgert, zusammen mit Millionen von Gläubigen. Auf der ganzen Welt haben sich Fatima-Gebetskreise gebildet. Die Rettung der Seelen und der Friede der Welt, dafür zu beten ruft uns Maria in besonderer Weise auf.
Papst Johannes Paul II. hat es in besonderer Weise dem Schutz Mariens zugeschrieben, dass er das auf ihn verübte Attentat am 13. Mai 1981 überlebt hat. Unter der blauen Weltkugel der Statue der Muttergottes in der Erscheinungskapelle von Fatima wurde bei seinem Besuch am 13. Mai 1982 jene Kugel angebracht, welche nach dem Attentat auf dem Petersplatz aus seinem Körper herausoperiert wurde. Er hat die Botschaft von Fatima ernst genommen und die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens vollzogen. In einem von ihm verfassten Gebet heißt es:
„O Mutter der Menschen und der Völker, Du kennst all ihre Leiden und Hoffnungen, Du fühlst mit mütterlicher Anteilnahme alles Kämpfen zwischen Gut und Böse, zwischen dem Licht und der Dunkelheit, von der die Welt befallen ist - erhöre unseren Ruf, den wir im Heiligen Geist unmittelbar an Dein Herz richten. Umfange mit der Liebe der Mutter und der Magd des Herrn jene, die diese liebende Zuneigung am meisten ersehnen, und zugleich auch diejenigen, auf deren Vertrauen Du besonders wartest! Nimm die ganze Menschheitsfamilie, die wir mit liebender Hingabe Dir, o Mutter, anvertrauen, unter Deinen mütterlichen Schutz. Mögen allen Menschen Zeiten des Friedens und der Freiheit, Zeiten der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Hoffnung beschieden sein!“
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13.05.12 von Roland Hofmann.
Jesus spricht heute von der Freundschaft mit ihm. Freundschaft ist etwas Wunderbares! Viele Menschen haben einen „besten Freund“ oder eine „beste Freundin“, der oder die sehr wichtig für sie ist. Was bedeutet uns ein Freund? Hier nur einige Beispiele. Jede und jeder wird selbst noch viele weitere Punkte finden:
Einem Freund kann ich alles sagen, ein Freund weiß, wie mir zumute ist; er versteht mich. Ein Freund ist da, wenn man ihn braucht, auf ihn ist Verlass. Ein Freund geht ehrlich mit mir um, bei ihm sind Geheimnisse gut aufgehoben. Ein Freund nimmt sich Zeit für mich.
Und so ein Freund will Jesus für uns sein! Es finden sich schon im Alten Testament Beispiele für die Freundschaft mit Gott. Abraham wird „Freund Gottes“ genannt (vgl. Jes 41,8), mit Mose spricht Gott von Angesicht zu Angesicht, wie Freunde miteinander reden (vgl. Ex 33,11).
Jesus hat Freunde. Lazarus wird Jesu Freund genannt (vgl. Joh. 11,11) und heute heißt es, dass die Jünger Jesu Freunde sind. Was bedeutet das? Weil Jesus dieses Wort im engen Kreis zu den Jüngern gesagt hat, deutet man es oft so, dass heute die Priester in dieser engen Freundschaft mit Jesus stehen. Das ist sicher richtig. Doch Jesu Freund kann jede und jeder werden!
Ist das nicht einfach unglaublich! Er, der Schöpfer des Universums, der von Ewigkeit ist, will mit Ihnen, mit Dir, mit mir eine Freundschaft eingehen! Das gibt’s doch nicht! Doch, genau das ist ein Kennzeichen des Christentums und unterscheidet den christlichen Glauben von vielen anderen Religionen! Jesus will für uns das sein, was wir oben von einem guten Freund gesagt haben – und noch viel mehr.
Zu einer Freundschaft gehören aber immer zwei. Jesus bietet uns seine Freundschaft an. Das heißt aber auch, dass wir uns wie Freunde Jesus gegenüber verhalten sollen. Unser Zeichen dafür, dass wir die Freundschaft mit Jesus suchen ist es, so zu leben, wie er es möchte. Das bedeutet, die Menschen um uns zu lieben, so wie Jesus es uns gezeigt hat. Das bedeutet aber auch, dass wir uns Zeit nehmen für diese Freundschaft und mit Jesus zusammen sind im Gebet. Wenn wir das wollen, dann wird Jesus uns helfen, dass die Freundschaft mit ihm immer tiefer wird.
Die Ikone zeigt Menas (gest. 295), den Heiligen der Freundschaft und zugleich einen der beliebtesten Heiligen der koptischen Kirche in Ägypten. Menas steht neben Christus. Mit Mönchsgewand und Mantel strahlt Menas eine unerschütterliche Festigkeit aus. Mit seiner rechten Hand weist er auf Christus hin. Christus ist noch etwas größer und breiter dargestellt als Menas. Seine Rechte ruht auf der Schulter des Heiligen. Es ist der Arm der Freundschaft, der dem sehnenden Freund Kraft und Mut gibt, seinen Weg zu gehen.
Fürchte dich nicht, ich bin bei dir.
In diesem vertrauten Zueinander von Christus und Menas zeigt sich die Grunderfahrung christlicher Freundschaft, das „Bleiben in Christus“.
Jesus lädt mich ein, in seiner Liebe zu bleiben. Er lädt mich ein, mit allem, was ich bin, in ihm zu wohnen. Er will sich ganz meiner annehmen und sich in allem um mich kümmern. Es ist Jesu Einladung, ihm ganz zu gehören, ihm ganz nahe zu sein, ohne Grenzen mit ihm zu sein.
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